Weinbergschnecken & Ferengis 

 

Sie kamen mit der Post zu uns. Warum, ist eine andere Geschichte. In Stroh gebettet, trockenstarr, wie wir später lernten. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob sie noch leben würden. Diesen Beweis traten "Die Zehn" aber dann doch recht zügig auf der Terrasse an und bekamen so für die erste Nacht schon mal schnell ein Lager mit Deckel zugewiesen, damit sie nicht flüchten würden. Am nächsten Tag zogen sie in das Wohnzimmer in ein passendes Schneckenzuhause ein. Schön nass sollte die Erde sein und es begann eine hitzige Diskussion darüber, sie dazu mit Knoblauchöl oder Wasser zu besprühen. Nun ja. Auch heute ist uns nicht ganz klar, wie lange wir sie weiter beobachten oder dann vielleicht doch in den Kochtopf geben. NEIN, keine Sorge, liebe Leserin & lieber Leser, dies war ein Ferengi-Scherz. Wir wollen sie nicht essen, noch zu einem Smoothie oder sonstigem Mahl bereiten. Denn diese Weinbergschnecken sind der Knaller. Ich sage nur Achtsamkeit & Entschleunigung. Durch stundenlanges ansehen, beobachten, in das Terrarium starren oder Abends auf dem Sofa schmunzeln, wenn man ihnen wieder beim knuspernden Salatfressen zuhört. 


Und was man alles so lernt über Weinbergschnecken, die bisher wohl doch nur in Kräuterbutter oder bei Pretty Woman eine Rolle gespielt haben. Zuerst einmal sind sie sehr possierlich, leben nicht gerne alleine und haben einen hohen Kalkbedarf. Wenn sie anfangen, ihr eigenes Gehäuse zu verspeisen, hat man etwas falsch gemacht. Zur Abhilfe in der Gefangenschaft helfen dies zu vermeiden Sepia- & Ei-Schale. Sie sind wahre Kletterkünstler, wie unschwer auf den Bildern zu sehen ist und hangeln sich von einem zum anderen Gegenstand, lianengleich, ihr Haus immer dabei. Sie sind Zwitter und graben ihre Eier in einem Erdloch ein. Grabende Schnecken, die nur noch mit dem Kopf aus der Erde schauen, sehen dabei übrigens auch echt lustig aus. Mal sehen, ob eine Ei-Ablage erfolgt ist, man kann es noch nicht richtig erkennen, wir wissen in ca. 3 Wochen mehr. Dann hätten wir auch tatsächlich eine Schneckenzucht und könnten über die Sache mit den Rezepten weiter nachdenken, weil es sich dann auch lohnen würde. NEIN, natürlich nicht. Die Zehn nebst eventuellem Nachwuchs bleiben vorerst verschont. 


Ansonsten fressen sie gerne Salat, hängen ab und saufen insbesondere kopfüber gerne Wasser. In der Natur stehen sie unter Artenschutz, man darf sie nicht einsammeln, daher stammen die Exemplare zum Verzehr aus der Schneckenzucht. Ganz interessant ist, wenn man einen Schneckenkönig findet. Das soll Glück bringen. Denn die normale Weinbergschnecke hat ein rechtsgängiges Haus. Was gibt es noch zu berichten? Finde es selber heraus und gründe Deine eigene Schneckenzucht. Sei glücklich!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Yvie (Dienstag, 11 August 2015 19:40)

    Geilomat