Italienischer Hackbraten

 

"Synchronhackbraten backen" war heute das Motto und viele Foodblogger sind dem Aufruf zum Blogevent vom Kleinen Kuriositätenladen diesen Sonntag gefolgt. Auf Instagram wurde unter dem Hashtag #synchronhackbraten fleißig seit heute früh gepostet. Gut, dass Professor Hu in der Küche geholfen hat. Vorbereiten, fotografieren, posten, liken, kommentieren und am Ende Essen und noch einen Schneespaziergang machen war eine echte Herausforderung.

 

Nun sitze ich hier aber in aller Ruhe am Rechner und schreibe diesen Artikel, eine Tasse Kaffe anbei und wieder wohlig warm nach dem Verdauungsgang durch die Winterlandschaft. Und es war soooo lecker. Und die anderen Hackbraten sahen auch alle soooo gut aus!

 

 

Ich hatte mich über die Veranstaltung total gefreut, konnte ich dabei doch mit meinem liebsten Hackbratenrezept an den Start gehen. Marcella Hazan hat es als große italienische Köchin einst entworfen und in ihrem Buch "Meine italienische Kochschule" verewigt. Es ist grundeinfach, besteht aus einer überschaubaren Anzahl an Zutaten und schmurgelt die meiste Zeit wie von selbst ohne weitere Betreuungsnotwendigkeit vor sich hin. Am Ende wird es entweder mit Kartoffeln oder wie diesmal mit Nudeln bei uns serviert, gerne mit einem grünen Salat.

 

 

Zutaten für 6 Esser oder zwei an mehreren Tagen. Auch gut zum Aufwärmen.

 

Für den Hackbraten

500 g Rinderhack

250 g Schweinehack

80 g Weißbrotreste ohne Rinde, gut mit Milch begossen zum Einweichen

2 Eier

3 EL gehackte Petersilie, Rest für die Deko

50 g fein geriebener Parmesan

Pfeffer, Salz, etwas Muskatnuss

Paniermehl zum Wälzen

ca. 3 EL Olivenöl & 2 EL Butter zum Anbraten

 

Zum Schmoren des Bratens

200 ml Gemüsefond & 2 EL Apfelessig (oder 200 ml Weißwein)

 

Für die Pilze

insgesamt ca. 1000 g Pilze, hauptsächlich braune und weiße Champions

eine Zwiebel, fein gewürfelt

Pfeffer, Salz, Olivenöl

 

Für die Zusammenführung wer will, etwas Creme Fraiche.

 

Schmort ca. 1 1/2 Stunden, danach zu servieren mit Kartoffeln, Nudeln oder einfach mit Brot.

 

 

Das Hack haben wir wie immer vom Gallowayschlachter gekauft. Auf dem Biohof der Familie Matzeik werden die Tiere nach den Bioland-Richtlinien gezüchtet und in der Direktvermarktung auch bei uns um die Ecke wird das Bio-Fleisch- und Wurstsortiment vermarktet. Einfach klasse.

 

Zuerst vermengst Du also alle Hackzutaten miteinander. Das eingeweichte Weißbrot dazu gut ausdrücken. Danach formst Du zwei Hackbraten-Laibe und klopfst dabei mit der flachen Hand von außen auf diese, um die Luft im Innern so gut es geht nach außen zu befördern. Je luftleerer die Laibe später sind, desto stabiler bleiben sie beim Anbraten. Wenn dieser Arbeitsschritt erledigt ist, wälzt Du die Laibe in Paniermehl.

 

Nun erhitzt Du in einer Form mit Deckel Öl und Butter auf moderater Flamme. Nicht zu heiß, aber zum Anbraten geeignet. Wir nehmen dazu unsere Tajine, darin schmort das später supergut. Hierin brätst Du nun die Laibe rundherum unter vorsichtigem Drehen und Wenden an. Das dauert schon so seine Zeit, mindestens 10-15 Minuten. Wenn alles gut angebraten ist, gibst Du die Gemüsebrühe und den Essig dazu (oder wahlweise den Weißwein). Deckel drauf und alles bei niedriger Temperatur ca. 1 bis 1 1/2 Stunden köcheln lassen.

 

 

Jetzt geht es mit den Pilzen weiter. Ich habe diesmal fast ausschließlich braune Champions genommen und ein paar Austernpilze. Was auf dem Markt gerade so geboten wird. Du kannst auch selbst gezüchtete Pilze verwenden. Siehe hier.

 

Ich jage dabei die Champions durch die Küchenmaschine. Dabei wird es teilweise etwas unordentlich. Aber die Pilze werden solange wie das Fleisch parallel schmort auch gebraten & gedünstet, da ist mir das mit der Optik nicht so wichtig. Aber mit einem Messer in dünne Scheiben schneiden geht natürlich auch.

 

 

Während das Fleisch schön weiter schmort, geht es nun mit einem großen Topf für die Pilze weiter, in dem Du etwas Olivenöl erhitzt. Hierin brätst Du als erstes die Zwiebel an. Danach kommen die Pilze dazu. Jetzt sieht es einen Moment so aus, also ob es anbrennt. Ggf. kurz den Topfdeckel aufsetzen. Aber eigentlich geben die Pilze nun ziemlich schnell ziemlich viel Wasser ab. Und das lässt Du nun unter gelegentlichem Rühren verdampfen. Und verdampfen. Und den Rest auch noch verdampfen.

 

 

Wenn alles verdampft ist, ist vielleicht schon eine Stunde rum. Dann kommen die Pilze nämlich zum Fleisch in die Brühe. Wenn nicht, bleiben sie weiter in ihrem Topf, dann aber ggf. etwas Wasser dazu geben und wieder verdampfen lassen.

 

Also, nach 60 Minuten ab mit den Pilzen zum Fleisch. Dann dort weitere ca. 30 Minuten schmoren. Je nach Konsistenz der Flüssigkeit gegen Ende ohne Deckel etwas einkochen lassen. Wer mag, nimmt dann die Hackbraten heraus und rührt in die Pilzsoße vor dem Servieren noch 2-3 EL Creme Fraiche.

 

 

Dazu gab es bei uns Nudeln, 100 g pro Person (Trockenmasse) waren schon fast zuviel. Oder aber Kartoffeln, Kartoffelbrei, einen Kloß, eben was Dein Herz begehrt. Alles wird auf dem Teller angerichtet, pro Person bekommt jeder so zwei gut geschnittene Scheiben Braten. Reste schmecken auch toll auf dem Pausenbrot und alles lässt sich auch super aufwärmen. Lass es Dir schmecken. Sei glücklich!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Tilo (Sonntag, 17 Januar 2016 18:02)

    Moin,moin!
    Einen kleinen Austausch in Sachen Bratenthermometer hatten wir ja heute schon mal. Einen schönen Blog hast Du, und ich sehe dass unsere Grundeinstellung fast deckungsgleich ist.
    Beste Grüße von der Flensburger Förde
    Tilo

  • #2

    Tantin & Professor Hu (Sonntag, 17 Januar 2016 19:19)

    @Tilo: Dankeschön! Ich werde jetzt gleich mal in Deinem Blog stöbern, der ist neu für mich. Viele Grüße in den Norden! Kathrin