Zitronentorte - mit ganz viel Liebe selbstgemacht


Seit ich das Buch Torten* von Linda Lomelino besitze, versuche ich mich mit wachsendem Erfolg als Konditor-Schülerin. Ein Meister wird aber wohl nicht aus mir werden, wenn ich so manches Exemplar mit Rüschen-Buttercreme von Linda auf ihrem tollen Blog Call me Cupcake sehe. Aber egal, dabei sein ist alles und geschmeckt hat es den Gästen bis jetzt, auch wenn das Sahne-Röschen etwas schief hing. Professor Hu fand im Übrigen auch, dass die inneren Werte ja eh oft mehr zählen. Wie wir so schön sagen: "außen pfui, innen hui"...!

 

Nun ja, dies wird hier kein "fishing for compliments", denn ich finde, dass das abgebildete Zitronenexemplar schon ziemlich schön aussieht (oder? Bitte!). Innen wie Außen! Das Innere konnte ich dabei leider nicht für Dich abbilden, denn die Torte ist nach der Herstellung zu einer Geburtstagsparty transportiert und dort restlos vertilgt worden. Aber Du kannst es Dir ganz einfach vorstellen: ein fluffiger heller Biskuit-Teig, sehr saftig, in 4 Böden geschnitten und stapelweise mit selbst gemachter Lemoncurd gefüllt. Darum dann die Zitronensahne, zitronig-frisch ergibt eine locker leichte Torte.

 

Laut Rezept-Anweisung hätte es allerdings als Topping noch kleine Sahne-Tupfen auf dem Tortendeckel geben sollen. Hier hat leider die Sahne, die Temperatur oder meine Backfähigkeit versagt, denn die Mischung für Drumherum war nach dem Aufschlagen doch recht weich und zumindest für mich Konditor-Novize nicht in einem Spritzbeutel zu verwenden. Als Ersatz kam daher die Schmetterlings-Deko mit Perlen zum Einsatz. Wodurch dann auch das Farbthema für die Fotos feststand.

 

Wie so ein Torten-Foto entsteht, siehst Du auf dem Bild weiter unten. Zuerst plündere ich meinen Fundus an Unterlagen, Hintergründen und der Vogel vom Esstisch landet auch mal schnell im Bild. Deckchen, Stoffe, Stoffservietten und mit Vorliebe ein farblich passendes Küchenhandtuch kommen dazu. Dann, je nach Thema, etwas altes Silberbesteck, welches ich günstig bei Dawanda gefunden habe und schon steht "das Set". Das Ganze wird dann erstmal ohne das Fotomodell auf Ablichtbarkeit getestet. Dazu noch ein Objektiv aussuchen und als letztes die Torte aus dem Kühlschrank platzieren. Schon ist das Ganze im Kasten und nach dem Backen & Konditor-Basteln der zweite kreative Prozess für so einen Blogartikel, das Fotografieren, beendet. Aber jetzt wieder schnell zurück zur Torte und wie diese ganz einfach hergestellt wird.

 

 

Zutaten für eine Zitronentorte, Durchmesser 15 cm

 

für den Zitronenbiskuit:

3 Eier

240 g Zucker

100 ml kochendes Wasser

180 g Mehl

2 TL Backpuler

1/4 TL Vanillepulver

abgeriebene Schale einer halben Bio-Zitrone

 

für den Lemoncurd:

100 g Zucker

2 Eier

abgeriebene Schal von 2 Zitronen (fein reiben)

Saft vo 2 Zitronen

50 g Butter, Zimmertemperatur

 

für die Zitronensahne

500 ml Konditorsahne

150 g Lemoncurd

2 EL Zucker 

 

Ofen für den Biskuit auf 175°C, ohne Umluft, 

eine Form von 15 cm Durchmesser, Backzeit 50-60 Minuten.

 

 

Die Herstellung der Torte besteht aus 3 Arbeitsschritten, die zeitlich unabhängig voneinander durchgeführt werden können. Ich habe zuerst den Boden im Ganzen gebacken und im Ganzen in Alupapier eingeschlagen für ein paar Tage eingefroren. Einen Tag vor Finalisierung der Torte habe ich ihn dann wieder ausgefroren. Ebenso habe ich den Lemoncurd eher hergestellt. Warm in einem Schraubglas abgefüllt und ungeöffnet sofort im Kühlschrank bevorratet, hält er sich gut eine Woche. Das Glas hat beim Öffnen sogar noch "Plopp" gemacht. Der letzte Schritt kann dann locker am Verzehrtag durchgeführt werden: die Böden schneiden, füllen, stapeln, die Zitronensahne herstellen und alles zusammen basteln. Such Dir also aus, ob Du alles auf einmal herstellst oder etwas stressfreier an verschiedenen Tagen oder Abenden.

 

Für den Biskuit fettest Du als erstes die ganze Form mit Butter aus. Dann verpasst Du ihr für den Rand eine Manschetten-Verlängerung nach Oben aus Backpapier (alles klar?). Der Boden bleibt dabei frei, Du brauchst also bei einer ursprünglichen Höhe der Form von ca. 10 cm, einer Verlängerung um weitere 10 cm und einem Durchmesser der Form von 15 cm ein Backpapier-Rechteck welcher Länge x Höhe? Na? Was war die Formel für den Umfang eines Kreises? 20 cm + ein wenig Zumaß ist die Höhe, logisch. Den Rest rechne Dir mal selbst aus.

 

Steht das Konstrukt, schlägst Du am besten mit der Küchenmaschine Eier und Zucker sehr hell schaumig auf. Das im Falle des Vorhandenseins eines Wasserkochers darin erhitzte Wasser kommt dann ebenfalls in diese Masse. Professor Hu ist übrigens der Ansicht, dass der Wasserkocher von den 1000 Küchenmaschinen, die wir haben, die am häufigsten benutzte ist. Wo er Recht hat...

 

Zurück zum Biskuit. Mehl, Vanille und Backpulver werden separat vermischt und dann in die Zucker-Ei-Mischung gesiebt und supervorsichtig untergehoben. Danach noch die fein geriebene Zitronenschale. Ich war so superschlau und habe die gleich mit in die Mehlmischung gegeben. Dachte ich doch, toll, dann wird die vom Mehl einzeln umhüllt und nachher gut im Teig verteilt. Blöd nur, dass das Sieb dann so große Maschen auch nicht hatte. Naja. Wenn alles locker vermengt ist, kommt der Teig in die Form und für ca. 50-60 Minuten in den Ofen. Hier auf meinem Instagram-Account siehst Du das Ergebnis. Gut abkühlen lassen, dann entweder im Ganzen (ohne Form natürlich) in Alu einfrieren oder nach dem Abkühlen direkt weiterverarbeiten. Dazu den ausgekühlten Boden in 4 gleiche Teile schneiden. Ich mache das wirklich narrensicher mit diesem wunderbar unnützen Hilfsmittel, dem Tortenbodenteiler*. Ein langes Sägemesser tut es natürlich auch. 

 

Weiter geht es mit der Lemoncurd. Dazu Zucker, Eier, Zitronensaft & -schale in einem Wasserbad unter ständigem Rühren (ich habe den Mixer genommen) erhitzen. Das Ganze wird erst wie eine schaumige Zabaglione und zieht dann nach bestimmt 10-20 Minuten Mixen zu einer typichen Curd an. Abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren oder nun weiterverwenden, in dem Du 150 g abfüllst und den Rest auf 3 Tortenböden verstreichst, diese aufeinander setzt und mit dem 4. Teil als obersten Deckel abschließt.

 

Jetzt stellst Du noch die Zitronensahne her. Dazu schlägst Du die kalte Sahne mit dem Zucker steif und gibst als letztes die 150 g Lemoncurd darunter. Jetzt überziehst Du die gesamte Torte mit einem Teil dieser Zitronensahne, am besten mit einer Palette von unten nach oben glatt streichen, bis von den Böden und dem Deckel nichts mehr zu sehen ist. Der Rest der Sahne kommt dann in einen Spritzbeutel mit kleiner runder Tülle. Oben auf den Deckel spritzt Du damit alles in Kreisen von außen nach innen mit kleinen Röschen aus. Oder Du machst es wie ich und dekorierst die plane Oberseite mit Perlen und Schmetterlingen. Das Geburtstagskind meinte im Übrigen, davon hätte ich, insbesondere für die Wirkung auf den Fotos, ruhig noch mehr nehmen können. Ich habe dazu noch eine Abschlusskante aus Röschen zwischen Tortenrand und Tortenständer spendiert. Ein paar selbstgemachte Fähnchen dazu, fertig. Happy Birthday! Lass es Dir schmecken. Sei glücklich!

 

 

Zusammenfassung der Links & Quellen:

- das Buch Torten* von Linda Lomelino

- ihr Blog Call me Cupcake

Tortenbodenteiler*

Lemoncurd

(*Affiliate-Link)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0