Muffuletta - Italienische Grüße aus New Orleans

 

Im Mai 2001 war ich das erste mal in New Orleans. Das war vor der großen Katastrophe durch Hurricane Katrina und danach habe ich die Stadt noch nicht wieder bereist. Was aber unbedingt auf meinem Plan steht. Nicht nur auf Grund der wirklich einmaligen Atmosphäre, selbst in den wirklich touristischen Teilen des Vieux Carré, sondern auch und vor allem wegen der Küche vor Ort. Es gibt ja so einige Momente in der kulinarischen Vita, die einfach ein Leben lang hängen bleiben. Mit New Orleans ist für mich der Genuss überbackener Austern verknüpft und der einer Muffuletta. Zwar werde ich in der norddeutschen Ebene hier wohl nie so derart von warmem Regen durchnässt sein wie in den Straßen der Stadt am Mississippi, aber eine Muffuletta kann man auch gut im trockenen genießen.

 

Die kreolische Küche wird ja aus vielen Richtungen gespeist. Eine gute Übersicht dazu gibt das Kochbuch Bayou: Kochen in Louisiana* von Margot Fischer. Beeinflusst von französischen Einwanderern, denen aus Spanien und auch Nordostkanada entwickelte sich die sogenannte kreolische und die cajun Küche. Und dann waren da noch die Italiener, im speziellen die Sizilianer. Mit ihrem Muffuletta-Sandwich. So etwas können die eben, egal wo auf der Welt.

 

Muffuletta werden in New Orleans in der Central Grocery nach dem Originalrezept von 1906 oder auch in vielen anderen Straßen-Delis verkauft. Der Begriff kommt aus dem sizilianischen und heisst soviel wie "mit allem, was zwischen ein Sandwich dazwischen passt". So musst Du es auch bei diesem Rezept sehen. Die Basis ist der wirklich wichtige Oliven-Salat, alles andere kannst Du frei Laune kombinieren. Nur wirklich dünn geschnitten muss es sein.

 

 

Rezept für ein ganzes Fladenbrot, später 4-8 Portionen Muffuletta-Sandwich

 

1 großes Fladenbrot (mehrere kleine Fladen gehen auch)

 

für den Belag

150 g ganz dünn geschnittener Provolone (ital. Käse)

150 g ganz dünn geschnittener Coppa (ital. Schweinenacken-Schinken)

150 g ganz dünn geschnittene Mortadella

150 g ganz dünn geschnittene scharfe rote ital. Salami

150 g ganz dünn geschnittener ital. Kochschinken

 

für den Oliven-Salat

ca. 100 g entkernte grüne Oliven, klein geschnitten

3-5 eingelegte Artischockenherzen, abgetropft, klein gehackt, von der Marinade 2 EL für den Salat aufbewahren, siehe unten

4-8 eingelegte grüne Pepperoni, klein gehackt

6 eingelegte flache italienische Zwiebeln, klein gehackt

5-10 eingelegte Kapernäpfel, klein gehackt

2-3 Knoblauchzehen, fein gehackt

2-3 EL Petersilie, fein gehackt

2 EL Olivenöl

2 EL von der Marinade der Artischocken, auch mit den Paprikastücken, die dort manchmal drin sind

1/2 TL Oregano

 

 

Zuerst stellst Du den Oliven-Salat aus allen Zutaten her und lässt ihn mindestens eine Stunde im Kühlschrank durchziehen. Meistens essen wir Muffuletta am Abend und man kann den Salat so gut morgens vorbereiten.

 

Für das Riesensandwich schneidest Du dann eine Kappe aus dem Fladenbrot, so dass noch etwas Rand übersteht. Den unteren teil höhlst Du dann etwas aus, wie auf dem Bild. Das übrige Weißbrot kannst Du gut kurz antrocknen lassen, bröseln und einfrieren um es später zum Beispiel als Bindung für Frikadellen oder ähnliches zu verwenden.

 

Nun drittelst Du die Menge des Oliven-Salates und gibst den ersten Teil in den Boden des Fladenbrotes. Jetzt folgt, dünn ausgelegt, je die Hälfte vom Kochschinken, der Salami und dem Coppa sowie der Mortadella. Dann der zweite Teil des Oliven-Salates. Nun kommt die gesamte Menge Provolone und der Rest vom Kochschinken, Salami, Coppa und Mortadella. Danach der dritte und letzte Teil des Oliven-Salates.

 

Nun drückst Du das Sandwich wirklich gut zusammen und schneidest es in Stücke wie bei einer Torte. Es sind entweder 4 wirklich große Portionen oder eben 8 kleinere. Dann Augen zu, hineinbeißen und mit etwas Jazz-Musik im Hintergrund nach New Orleans träumen. Lass es Dir schmecken. Sei glücklich!

 

 

Quellen und Tipps:

New Orleans

Bayou: Kochen in Louisiana* von Margot Fischer 

(* Affiliate-Link)

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